Fraktal Komplex

09 Mar 2025

2025 KW 10

Everything Is Chrome | Vale.Rocks

Besucht: 03.03.2025

Ein Artikel über die Dominanz von Chrome und wieso diese schlecht ist. Key Takeaway: Alles ist Chrome. Edge ist Chrome. Opera ist Chrome. Brave ist Chrome. Vivaldi ist Chrome. Diese ganzen unsäglichen Electronanwendungen (vscode, obsidian benutze ich bspweise täglich) - auch Chrome.

Auch wenn Mozilla Firefox nicht perfekt ist, sollte man zumindest zum surfen im Internet nichts anderes verwenden, wenn einem das freie Internet ein Anliegen ist. Und das sollte es uns allen sein. Echt jetzt. (Safari ist anscheinend auch noch okay.)

Repairable Flatpack Toaster - Kasey Hou

Besucht: 04.03.2025

Designstudie eines Studierenden zu einem selbst reparierbaren Toaster. Der Theorie nach müssten Endanwender mehr Bock haben, den zu reparieren, weil sie durch das aufbauen schon emotional investiert sind.

Wer mich mal hat Ikeamöbel aufbauen sehen, weiß, welche Emotionen dabei bei mir hochkommen. Aber vielleicht funktioniert das ja trotzdem.

Ich finde das Design des Toasters spannend. Sieht genau so aus wie etwas, das man in den 40ern gebaut hätte. Mit so sichtbaren Schrauben und einem runden Thermometer. Nur, dass man jetzt Plasmaschneiden kann.

Mannheim: Als die Herkunft bekannt wurde, machte man die Livestreams aus - Volksverpetzer

Besucht: 04.03.2025

Ich denke, es ist wirklich wichtig für unsere Demokratie, dass solche Artikel verfasst und geteilt werden. Alle - wirklich alle - täten gut daran, wenn sie weniger bullshit im Internet superschnell teilen würden und stattdessen mal abwarten, was die eigentlichen Fakten sind. Siehe auch 2025 KW 08#https //youtu.be/QEJpZjg8GuA?si=cjI5oRJivN-N-3yO.
Und siehe auch:

Nichts lesen und alles posten
Es sollte anders ‘rum sein

Gesinnungschat - Waving the Guns

Unsere linke Bubble hat am Wochenende auch keinen Punkt erzielt oder so. Hier sind Menschen gestorben und eigentlich verbietet es sich, darüber zynische Kommentare zu verfassen und das jetzt als “Gotcha!” gegenüber der blauen Brut zu verwenden. Der ganze Diskurs ist so verroht, dass einem schlecht werden kann.

My complete Obsidian Workflow to Manage my Life

Besucht: 2025-03-07

Eine Anleitung, wie man diese Software, in der ich diese Notizen gerade schreibe, verwenden kann, um das gesamte Leben zu managen. Gibt ein paar spannende Links drin, z.B. zur PARA (siehe auch 2025 KW 08#https //fortelabs.com/blog/para/), dem Zettelkasten, einem Plugin zum sharen von Notizen auf Github Pages und diese selfhosted-app: Omnivore , die ich vorher noch nicht kannte. Omnivore scheint eine Art Web-Clipper zu sein, der Artikel abspeichert und in einer schönen Oberfläche für das später lesen vorhält. Sowas habe ich ja eigentlich schonmal mit dem LinkDing - das läuft aber auf einer schwachbürstigen Fly.io Instanz und wird unter anderem deswegen seltenst verwendet. Ist auch nicht so schön. Also werde ich mir wohl omnivore mal ansehen…
Nach genauerem Lesen stelle ich fest, dass das ziemlich Overkill ist. Für den Moment baller ich einfach mal alles von Interesse hier relativ unstrukturiert rein. Das werde ich sicher niemals bereuen.

Letzte Fahrt - Tagebuchauszüge aus Robert Falcon Scotts Arktisreise

Besucht: 2025-03-07

Das ist mir gerade in meiner Linkliste auf den LinkDing untergekommen. Dramatisch. Es geht um das Rennen zum Südpol, das für Robert Falcon Scott und seine Mannschaft tödlich enden sollte. Die markierte Seite ist die Stelle in seinem Tagebuch, die sich später als fataler Fehler entpuppen sollte: das Depot wurde nicht an dem geplanten Ort aufgestellt, er wusste, dass das nicht optimal war, war aber eben ein Optimist.

I Used to Teach Students. Now I Catch ChatGPT Cheats | The Walrus

Besucht: 08.03.2025

Ein längerer Bericht über die Implikationen, die die Tendenz von Studierenden zur Verwendung von AI Tools, hat. ZB dass solche Mistsätze wie der vorherige dabei rauskommen: wenn man dann mal etwas schreiben möchte - oder muss - kann man es nicht mehr. Mehr noch: Schreiben ist strukturiertes Nachdenken und damit eine Möglichkeit zum Wissenserwerb.
Über die Konsequenzen, die KI Tools auf die Bildungslandschaft haben, wird gerade an vielen Orten viel geschrieben. Ich studiere ja gerade nochmal im Rahmen eines Berufsbegleitenden Studiums und war anfangs überrascht, wie einige meiner Kommilitonen quasi jede Frage erstmal von ChatGPT beantworten lassen, den Output kurz auf (visuelle) Plausibilität prüfen und im Anschluss sich nicht mehr weiter damit auseinandersetzen. Eine Kritik dieser Vorgehensweise wird schnell persönlich genommen. Es ging sogar so weit, dass ein Kollege pissed mit mir war, weil ich seine offensichtliche ChatGPT Kotze gelöscht und mit eigenen Überlegungen ersetzt habe. Er konnte mir nicht mal sagen, was er da geschrieben hatte.
Wo kommt dieses Gefühl, dass man ja trotzdem was gearbeitet hat, auch wenn die Arbeit im wesentlichen das Kopieren der Fragestellungen in ein Webinterface war?
Ich glaube, dass diese Menschen teilweise genau das als Job haben: das kontextgelöste stumpfe Hin- und Herschieben von Daten, ohne tieferes Verständnis für das, was sie da eigentlich hin und herschieben. Wie in Macrodata Refinement in Severance. Ich glaube, irgendwann haben wir in Ethik mal so eine Story bearbeitet, in der ein Mensch bei seiner Arbeit ständig Zahlen kompliziert addiert und stolz darauf ist, nie Fehler zu machen. Er wird berentet, und an seinem ersten Rententag fällt ihm ein, dass er an seinem letzten Arbeitstag zwei Zahlen nicht richtig addiert hat. Er rennt also so schnell wie Möglich zu seiner Arbeitsstelle, um diesen enormen Fehler zu korrigieren, nur um festzustellen, dass sein Arbeitsplatz nicht mehr existiert und auch nie eine Bedeutung hatte.
Ich weiß nicht mehr, was genau wir daraus lernen sollten; der Text hat mir aber jedenfalls ein gutes Gefühl für die Frage nach meiner persönlichen Hölle gegeben.1

The New Lifetime Reading Plan

Besucht: 2025-03-08

Die Domain hat es mir angetan. Ich check noch nicht ganz, was auf der Seite abgeht, aber es scheint mir verheißungsvoll.
Von dem Reading Plan habe ich das ein oder andere schon streichen können, andere Dinge werde ich wahrscheinlich niemals angehen. Ich Check auch nicht, wie es kein Buch von Thomas Mann drauf geschafft hat. Und da ist da immer noch die Tendenz, nur die historischen Bücher aufzunehmen… wobei es die Discworlds ja auch drauf geschafft haben.

Kill your Feeds - Stop letting algorithms dictate how you think - usher.dev

Besucht: 08.03.2025

Dieser Blogpost greift das YouTube Video zur Algorithmic Complacency auf. Praktisch: Man muss kein Video schauen und bekommt trotzdem fünf Handlungsanweisungen, wie man aus seiner Skinnerbox ausbrechen kann.

My 16-month theanine self-experiment

Besucht: 09.03.2025

Nootropics sind ja ein wiederkehrendes Thema im Internet. Hier hat mal jemand Theanine länger ausprobiert. Spoiler: bringt Nix. Schade.

Saturday Morning Breakfast Cereal - Announcement

Besucht: 09.03.2025

Die Werbemaschinerie geht so langsam den Bach runter. Zach Wienersmith erklärt ziemlich genau, wieso Werbung immer penetranter wird und kein nachhaltiges Geschäftsmodell darstellt. SMBC war eine Zeit lang fester Bestandteil meines täglichen Internetrundgangs (neben xkcd, readmore und 4chan, um das in eine Ära einzuordnen).
Hier mein Lieblingscomic:
20070413.gif
Und hier sein Comic, in dem er quasi die sich steigernde Weirdness aller Werbung vorhergesagt hat: Link

It is as if you were on your phone | 📱

Besucht: 09.03.2025

Manchmal sieht man ja jemanden im Café und fragt sich, in welcher App die Person unterwegs ist. Wird gerade in Tinder geswiped? Neue Musik gesucht? TikToks durchgescrollt? Nachrichten gelesen? Notizen geschrieben? Fotos bearbeitet?
Manche dieser Aktivitäten verurteile ich mehr, andere weniger. Bornierter Scheisskerl, Ich.
Mit dieser Website kann man solche Mediennutzungsvoyeure wie mich schachmatt setzen und dabei noch mindfulness üben.

Anti-Schelling points and waiting for my barista-made coffee (Interconnected)

Besucht: 09.03.2025

Ich habe vorher noch nie von Schelling-Points gehört, finde das Konzept aber spannend. Schelling Points sind Entscheidungen bei Spielen ohne Kommunikationsmöglichkeit, die nicht inhärent besser sind als ihre Alternativen, aber trotzdem häufiger auftauchen, weil sie logisch oder (kulturell) angebracht erscheinen.
Der Blogpost sinniert darüber, ob Menschen jetzt auf Flat White mit Hafermilch umgestiegen sind, um in der Schlange im Café nicht aufpassen zu müssen, wann ihr Kaffee fertig ist, eben weil diese Wahl kein Schelling Point ist.
Eigentlich liest sich der Post so, als hätte gerade jemand was über Schelling-Points gelernt und wollte die in einem Blogpost unterbringen.


  1. Ich habe ChatGPT gerade nach der Geschichte gefragt - es hat prompt eine erfunden, inklusive Quelle. Cool - in der aktuellen Version unserer Zukunft kann ich mir doppelt unsicher sein, ob etwas existiert, oder ich nur am Mandela Effekt leide. ↩︎